Leserbrief zur Teilrevision des Personal- und Besoldungsgesetzes
11. September 2025
Ich habe meine Ausbildung als Lehrperson im Kanton Schwyz absolviert und hier meine ersten Schritte im Beruf gemacht. Trotzdem arbeite ich nun seit drei Jahren im Kanton Zürich. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Dort sind Löhne und Rahmenbedingungen deutlich attraktiver. Für mich als Junglehrperson war das eine schwierige, aber letztlich unausweichliche Entscheidung, aber «Hand aufs Herz», sie hätten bei den frappanten Unterschieden wahrscheinlich gleich entschieden.
Darum darf es nicht sein, dass der Kanton Schwyz junge, motivierte Lehrpersonen ausbildet, nur um sie anschliessend wegen zu tiefer Besoldung an andere Kantone zu verlieren.
Statt sich ernsthaft mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir Lehrpersonen gewinnen und halten können, lenkt die SVP in der Diskussion lieber ab – und schiebt das Thema Migration einmal mehr in den Vordergrund (siehe Werbeplakate). Als ob, sich der Lehrpersonenmangel ohne Migrantenkinder in Luft auflösen würde.
Diese Teilrevision ist kein Wundermittel, das den Lehrpersonenmangel über Nacht beseitigt. Aber es ist ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Wenn wir jetzt nicht handeln, verschärft sich der Mangel im Kanton Schwyz weiter – mit direkten Folgen für die Qualität unserer Schulen. Denn wer möchte sein Kind schon von einer nur mangelhaft ausgebildeten Lehrperson unterrichten lassen? Sie selbst würden sich wohl kaum von einem unausgebildeten Arzt operieren lassen.
Faire Löhne sind nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein klares Zeichen von Wertschätzung und eine Investition in die Zukunft unserer Kinder. Wer gute Schulen will, muss bereit sein, in gute Lehrpersonen zu investieren.
Darum sage ich klar: Ja zur Teilrevision des Personal- und Besoldungsgesetzes für die Lehrpersonen an der Volksschule. Für starke Schulen, für faire Arbeitsbedingungen – und für einen Kanton Schwyz, der seine jungen Lehrpersonen nicht länger ziehen lassen muss.
