Argumentarium
Ja zu gesunden Seen – Zugersee-Initiative
Der Zugersee weist mit rund 80 mg Phosphor pro Kubikmeter den höchsten Nährstoffgehalt aller grossen Schweizer Seen auf. Dadurch ist das Seewasser ab einer Tiefe von circa 100 m ohne Sauerstoff und damit tot. Ziel ist ein Zustand mit maximal 30 mg P/m³, wie ihn das Gewässerschutzgesetz vorschreibt.
Obwohl seit den 1980er-Jahren durch Massnahmen in Landwirtschaft und Abwasserreinigung der Phosphorgehalt stark reduziert wurde, stagniert die Verbesserung seit 2014. Grund dafür sind zwei Faktoren: Erstens kann der Zugersee aufgrund seiner Tiefe (200 m) und langen Wasseraufenthaltszeit (14 Jahre) den Phosphor im Tiefenwasser nicht mehr effizient durchmischen und ausscheiden. Zweitens verhindert die Klimaerwärmung die natürliche Zirkulation im Winter, sodass Sauerstoff in der Tiefe fehlt. Dies ist ein Problem für Fische und andere Lebewesen. Die Phosphor-Altlast muss deshalb beseitigt werden.
See-interne Zirkulationsunterstützung als Schlüsselmassnahme
Um den Zustand nachhaltig zu verbessern, kann neben externen Massnahmen (z. B. Reduktion von Phosphoreinträgen aus der Landwirtschaft) eine sogenannte Zirkulationsunterstützung installiert werden. Dabei wird im Winter Druckluft in die Tiefe eingeblasen, um eine vertikale Durchmischung zu fördern. So kann Phosphor aus dem Tiefenwasser über die Lorze ausgeschieden und gleichzeitig Sauerstoff angereichert werden. Dies erhöht die Wasserqualität, sichert Laichplätze für Fische und verbessert das ökologische Gleichgewicht.
Langfristiger Nutzen für Umwelt und Bevölkerung
ETH-Experten rechnen damit, dass durch diese Technik der Phosphorgehalt bis 2070 auf etwa 36 mg P/m³ sinken kann. In Kombination mit externen Massnahmen sogar auf den Zielwert von 30 mg P/m³. Der Zugersee würde dadurch gesunden und die Artenvielfalt steigen. Zusätzlich könnte der See künftig als Trinkwasserreservoir dienen. Eine wichtige Ressource angesichts zunehmender Trockenphasen durch den Klimawandel.
Finanzierung und Umsetzung
Eine Zirkulationslüftung soll auf die Kantone Zug (79 %), Schwyz (18 %) und Luzern (3 %) verteilt werden. Für den Kanton Schwyz würden dabei einmalig 2.272 Mio. Franken und jährlich 109’000 Franken anfallen. Der Bau der Zirkulationslüftung ist ab 2026 geplant, die Inbetriebnahme für Ende 2027 vorgesehen. Ein Monitoring soll die Wirksamkeit laufend prüfen.
Weshalb braucht es diese Initiative
An der Kantonsratssitzung vom 16. April 2025 wurde über eine Ausgabenbewilligung für die Belüftung des Zugersees debattiert. Die regierungsrätliche Vorlage wurde von den Fraktionen der SVP und FDP einstimmig abgelehnt. Damit lässt der Kanton Schwyz die Konkordatskantone Luzern und Zug im Stich und stellt sich gegen eine ökologische Sanierung des Zugersees. Dieses Verhalten sorgte in weiten Teilen der Bevölkerung für Unverständnis. Dank dieser Initiative soll nun das Volk das letzte Wort zur Sanierung des Zugersees haben.
Fazit
Die Sanierung des Zugersees ist durch das Gewässerschutzgesetz des Bundes vorgeschrieben und für die Schwyzer-, Zuger- und Luzerner-Bevölkerung ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich wertvoll. Wir dürfen diese Altlast nicht den kommenden Generationen überlassen. Ohne see-interne Massnahmen würde sich der Zustand nicht verbessern. Dies hat Konsequenzen für die Biodiversität, die Trinkwasserreserven und den Erholungsraum. Die Zirkulationsunterstützung bietet eine erprobte und technisch umsetzbare Lösung, wie sie sich in anderen Seen bewährt hat. Deshalb soll die Bevölkerung des Kantons Schwyz mit dieser Zugersee-Initiative die Möglichkeit erhalten, sich zum Thema «Ja zu gesunden Seen» zu äussern.
