Rückblick auf die Dezembersession des Kantonsrates
18. Dezember 2025 – Am 17. Dezember 2025 tagte der Schwyzer Kantonsrat zum letzten Mal in diesem Jahr. Die Traktandenliste war für einmal so umfangreich, dass nicht alle Geschäfte behandelt werden konnten. Unser Fraktionspräsident Stefan Langenauer blickt auf die zentralen Entscheide zurück und kommentiert aus Sicht der Mitte.
Finanzpolitik mit Spielraum
Der Kanton Schwyz ist finanziell hervorragend aufgestellt. Der Steuerfuss für Unternehmen wurde deutlich von 160 % auf 150% gesenkt. Unsere Fraktion wollte auch die Bevölkerung stärker entlasten und beantragte eine Reduktion des Steuerfusses für natürliche Personen um zehn Prozentpunkte auf 105 Prozent. Die Ratsmehrheit sprach sich leider nur für fünf Prozentpunkte aus. Das ist eine verpasste Chance. Das Budget 2026 wurde mit grosser Mehrheit angenommen.
Prämienverbilligung kommt ohnehin
Der Kantonsrat lehnte die SP-Initiative für mehr Prämienverbilligung deutlich ab. Aus unserer Sicht zurecht, denn der Kanton muss diese Mittel aufgrund bundesrechtlicher Vorgaben in naher Zukunft ohnehin in ähnlicher Höhe bereitstellen.
Mehr Nachwuchs für Haus- und Kinderarztpraxen
Der Mangel an Haus- und Kinderärzten ist eine wachsende Herausforderung. Mit der Verdoppelung der Praxisassistenzstellen von fünf auf zehn wurde ein starkes Zeichen gesetzt. Besonders erfreulich ist, dass neu auch Kinderarztpraxen unterstützt werden.
Schulraum effizient nutzen
Die Kaufmännische Berufsschule wird künftig am Standort des Kollegiums Schwyz untergebracht. Das schafft Synergien und nutzt bestehende Infrastruktur besser. Der Kantonsrat hat nun die Ausgabenbewilligung beschlossen, damit die Umsetzung vorangetrieben werden kann. Ein sinnvoller Entscheid im Bildungsbereich.
Pädagogische Hochschule überzeugt
Der Kantonsrat hat das Globalbudget 2026–2027 für die PHSZ gutgeheissen. Die Hochschule überzeugt mit hoher Qualität, starken Drittmittelprojekten und praxisnaher Ausbildung. Ein echtes Aushängeschild für den Bildungsstandort Schwyz.
Gewaltopfer besser schützen
Der Kantonsrat hat die Motion unseres Illgauer Kantonsrats Peter Bürgler als erheblich erklärt. Ziel ist eine bessere und unbürokratische Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen, Männer und Kinder. Künftig soll die Opferberatungsstelle direkt eine Unterbringung von bis zu 35 Tagen bewilligen können – bisher waren es nur 5 Tage, danach musste ein Gesuch an das Amt für Gesundheit gestellt werden. Zudem sollen verbindliche Kooperationen mit ausserkantonalen Einrichtungen geschaffen werden, da der Kanton Schwyz über keine eigenen Schutzunterkünfte verfügt. Das entlastet die Verwaltung, verbessert die Betreuung und erhöht die Sicherheit für die Betroffenen.
Kinderbetreuungsabzug mit Augenmass
Die SVP forderte mit einer Motion einen Kinderbetreuungsabzug, der auch ohne Erwerbstätigkeit geltend gemacht werden könnte. Der Kantonsrat hat das vernünftigerweise abgelehnt. Kinderbetreuungsabzüge sind dazu da, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, nicht um Erwerbsverzicht steuerlich zu belohnen. Wer sich gegen die Erwerbsarbeit entscheidet, obwohl eine Ausbildung vorhanden ist, trägt zur Verknappung des inländischen Arbeitskräftepotenzials bei. Das führt direkt zu mehr Zuwanderung, also genau zu jenem Effekt, den die SVP sonst lautstark beklagt. Diese widersprüchliche Politik überzeugt nicht. Die Ratsmehrheit setzt auf Anreize statt auf ideologische Scheinlösungen.
Keine Schnellschüsse beim Finanzausgleich
Die Forderung der SVP nach einer vorzeitigen Überprüfung des neuen innerkantonalen Finanzausgleichs wurde knapp abgelehnt. Unsere Haltung ist klar: Erst der vorgesehene Wirkungsbericht nach vier Jahren kann eine fundierte Grundlage für Anpassungen liefern.
Wir danken allen, die unsere Arbeit unterstützen und mitverfolgen. Wir wünschen frohe Festtage, erholsame Stunden im Kreise der Liebsten und einen guten Start ins neue Jahr.
