Die Heiratsstrafe fair abschaffen
7. April 2026 – Die Mitte hält an der Fairness-Initiative fest. Das hat Parteipräsident Philipp Matthias Bregy am 28. März an der Delegiertenversammlung in Zug bekanntgegeben. Das Schweizer Volk soll über die Volksinitiative abstimmen können. Ich weiss, was jetzt manche denken: Das Volk hat doch am 8. März Ja zur Individualbesteuerung gesagt. Warum macht Die Mitte weiter? Die Antwort ist einfach. Das Volk hat Ja zur Abschaffung der Heiratsstrafe gesagt. Zum «Ob» hat es entschieden. Jetzt geht es ums «Wie». Und da liegt noch alles offen.
Was stört uns an der Individualbesteuerung?
Die neue Lösung schafft neue Probleme. Wer als Ehepaar sehr unterschiedlich viel verdient, weil jemand für die Kinder oder für die Pflege von Angehörigen sein Pensum reduziert hat, wird künftig stärker besteuert als heute. Care-Arbeit wird also steuerlich bestraft. Das kann nicht im Sinn des Volkes gewesen sein.
Ausserdem verlieren Konkubinatspaare mit Kindern in vielen Kantonen ihren bisherigen Steuervorteil beim Elterntarif. Das ist weder fair noch einfach.
Was will Die Mitte stattdessen?
Unsere Fairness-Initiative verlangt: Die Heiratsstrafe muss weg. Aber Ehepaare sollen weiterhin gemeinsam besteuert werden können, nur eben ohne Benachteiligung. Das Gesetz soll sicherstellen, dass kein Ehepaar mehr Steuern zahlt als ein vergleichbares unverheiratetes Paar. Einfach, fair, modern.
Bregy hat es auf den Punkt gebracht: Die Mitte will, dass Ehepaare ihr Leben frei gestalten können, ohne dafür steuerlich bestraft zu werden. Wer gestern Vollzeit gearbeitet hat und morgen sein Pensum reduziert, um Kinder zu betreuen oder Eltern zu pflegen, soll das tun können, ohne steuerliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
Gelebte Demokratie, kein Trotz
Manche werfen uns vor, wir seien schlechte Verlierer. Das stimmt nicht. Wenn es zwei verschiedene Wege zum gleichen Ziel gibt, dann ist es gut und richtig, dass das Volk auch über den zweiten Weg abstimmen kann. Das ist keine Zwängerei. Das ist Demokratie.
Wir haben im Abstimmungskampf gegen die Individualbesteuerung hart gekämpft und verloren. Das nehmen wir zur Kenntnis. Aber abseits stehen und nur zuschauen, wie eine komplizierte und in vielen Punkten unfaire Lösung umgesetzt wird, das ist nicht die Art der Mitte.
Für mich persönlich
Ich stehe hinter diesem Entscheid. Die Fairness-Initiative ist moderner, gerechter und einfacher. Sie respektiert unterschiedliche Lebensmodelle. Und sie bestraft weder Familien noch jene, die unbezahlte Arbeit für andere leisten.
Die Abstimmung kommt voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027. Dann kann das Schweizer Volk entscheiden, welcher Weg der bessere ist.
Ich freue mich auf diese Debatte. Und ich bin überzeugt: Mit einer guten Lösung kann man überzeugen.
