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Darmkrebsvorsorge – Früherkennungsprogramme vervollständigen

30. April 2026 – Postulat

In der März 2026 Session hat der Schwyzer Kantonsrat das Postulat P 20/25 «Einführung eines Früherkennungsprogramms für Brustkrebs» erheblich erklärt. Aufbauend auf diesem wichtigen Schritt erscheint es uns folgerichtig, die Prävention im Bereich der Krebserkrankungen weiter auszubauen und ein kantonales Früherkennungsprogramm für Darmkrebs zu lancieren.

Darmkrebs stellt in der Schweiz eine der häufigsten Krebserkrankungen dar. Bei Männern ist er nach Lungen- und Prostatakrebs die dritthäufigste, bei Frauen nach Brustkrebs bereits die zweithäufigste Krebsart. Jährlich erkranken rund 4000 Menschen neu an Darmkrebs (Quelle: www.darmkrebs.ch). Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei 6% für Männer und 3,7% für Frauen. Besonders alarmierend ist die hohe Sterblichkeit: Fast 40% der Betroffenen versterben an den Folgen dieser Erkrankung.

Ein zentrales Problem ist, dass Darmkrebs meist schleichend und über viele Jahre hinweg aus zunächst harmlosen Polypen der Darmschleimhaut entsteht. Diese Polypen sind in der Regel gutartig, können sich jedoch zu Vorstufen oder bösartigen Tumoren entwickeln. Die Erkrankung bleibt oft lange symptomlos; erste Anzeichen wie Blut im Stuhl, Verdauungsbeschwerden oder unerklärlicher Gewichtsverlust treten meist erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Zu diesem Zeitpunkt ist die Heilungschance bereits deutlich reduziert. Im Frühstadium hingegen liegt die Heilungsrate bei über 90% (Quelle: www.darmkrebs.ch). Wird der Tumor jedoch erst spät entdeckt, sinkt die Überlebensrate drastisch, insbesondere wenn bereits Metastasen vorliegen.

Die medizinische Forschung und die Erfahrungen aus anderen Kantonen zeigen, dass durch gezielte Vorsorgeuntersuchungen – insbesondere bei Personen ab 50 Jahren – Krebsvorstufen und Darmkrebs frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Die Entfernung von Polypen verhindert in vielen Fällen sogar die Entstehung eines Tumors. Damit dient die Früherkennung nicht nur der frühzeitigen Diagnose, sondern auch der effektiven Prävention.

In der Schweiz haben bereits zahlreiche Kantone – darunter Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Bern, Freiburg, Jura, Neuchâtel, Genf, Graubünden, Luzern, Solothurn, St. Gallen, Tessin, Uri, Waadt und Wallis – ein systematisches Darmkrebsvorsorgeprogramm eingeführt. Weitere Kantone wie Glarus, Thurgau und Schaffhausen planen die Einführung (Quelle: www.swisscancerscreening.ch). Die Erfahrungen aus diesen Kantonen sind durchwegs positiv: Die Programme erreichen auch Menschen, die sonst kaum zum Arzt gehen würden, und tragen so dazu bei, Erkrankungen in einem heilbaren Stadium zu entdecken.

Ein weiterer Vorteil eines kantonalen Screening-Programms liegt in der sozialen Chancengleichheit. Die Zielgruppe wird von der Franchise befreit und bezahlt lediglich den Selbstbehalt. Dies senkt finanzielle Hürden und fördert eine hohe und regelmässige Teilnahme, was sich wiederum positiv auf die Wirksamkeit und das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Programms auswirkt. Die Teilnahme bleibt selbstverständlich freiwillig.

Die rechtliche Grundlage für ein solches Programm ist gegeben: Gemäss Art. 12e lit. d der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV, SR 832.112.31) übernimmt die Grundversicherung die Kosten für die Früherkennung des Kolonkarzinoms für Personen im Alter von 50 bis 74 Jahren.

Ein systematisches Früherkennungsprogramm gewährleistet zudem einheitliche Qualitätsstandards und ermöglicht eine kontinuierliche Evaluation der Wirksamkeit. Gleichzeitig können durch die frühzeitige Erkennung und Behandlung hohe Folgekosten im Gesundheitswesen vermieden werden.

Wir bitten den Regierungsrat, nebst dem Früherkennungsprogramm für Brustkrebs auch ein kantonales Früherkennungsprogramm für Darmkrebs einzuführen.

Wir danken für die wohlwollende Prüfung und Unterstützung dieses wichtigen Anliegens.

Postulat

Postulat Darmkrebsvorsorge PDF Datei von 5. Juni 2026

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