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Mitte-Parteitag im Zeichen der Alterspolitik

6. September 2025 – Bis 2050 wird sich der Anteil der über 65-Jährigen im Kanton Schwyz auf rund 29 Prozent verdoppeln. Diese Entwicklung stellt Kanton und Gemeinden vor grosse Herausforderungen. Die Mitte Schwyz stellte ihren Parteitag vom Samstagmorgen deshalb ganz ins Zeichen der Alterspolitik und zog über 100 Interessierte in die Mittelpunktschule Rothenthurm.

«Unsere Politik lebt davon, umsetzbare Lösungen für aktuelle und reale Probleme anzubieten», betonte Parteipräsident Bruno Beeler zum Auftakt. Fünf Referentinnen und Referenten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln, von der Finanzierung über die Architektur bis zu neuen Wohnformen.

Neue Modelle statt teurer Ausbau der Pflegeheime

Markus Buck, Berater in Altersfragen, machte deutlich, dass das bisherige Modell «zu Hause bleiben oder ins Pflegeheim» nicht mehr genügt. Angesichts steigender Lebenserwartung, höherem Pflegebedarf und Fachkräftemangel brauche es neue Lösungen wie Wohnen mit Dienstleistungen, Pflegeinstitutionen als regionale Dienstleistungszentren und eine altersgerechte Bauplanung in enger Zusammenarbeit mit Gemeinden und Spitex.

 

Darauf aufbauend zeigte Ivo Lötscher, Vorsteher des Amts für Gesundheit und Soziales, wie gross die Herausforderung im Kanton Schwyz ist. Dieser ist heute stark stationär geprägt. Viele Menschen mit tiefer Pflegestufe leben in Heimen, während Spitex-Dienste wenig genutzt werden. Würde dieses Verhältnis bestehen bleiben, wären bis 2050 rund 1000 zusätzliche Pflegebetten nötig. Dies entspräche Investitionen von über einer halben Milliarde Franken. Lötscher unterstrich deshalb die Notwendigkeit attraktiver und bezahlbarer Alternativen, die Selbstbestimmung ermöglichen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen beleuchtete Res Dummermuth, Geschäftsführer der Ausgleichskasse und IV-Stelle Schwyz. Er wies darauf hin, dass Pflegeleistungen im Bundesrecht klar geregelt sind, Betreuung und Wohnen jedoch nur unzureichend berücksichtigt werden. Das belaste Betroffene und Angehörige zunehmend, auch wenn Ergänzungsleistungen gewisse Kosten auffangen können.

 

Vorzeigeprojekte im Kanton Schwyz

Wie innovative Bauprojekte Antworten auf die Herausforderungen geben können, verdeutlichte Architekt Hermann Heussi am Beispiel des Acherhofs in Schwyz. Mit einem Investitionsvolumen von 40 Millionen Franken wurde ein Zentrum geschaffen, das stationäre Pflege mit betreutem Wohnen und Wohnungen für Menschen ab 60 verbindet. Ergänzt wird das Angebot durch Familienwohnungen und eine Schule, wodurch eine lebendige Durchmischung von Jung und Alt entsteht.

Zum Abschluss brachte Elsbeth Keller Welti, Leiterin des Zentrums Stockberg in Vorderthal, die soziale Dimension ein. Sie hob Pflegewohngruppen als zukunftsweisendes Modell hervor. Kleine Einheiten mit acht bis zwölf Bewohnerinnen und Bewohnern verbinden Selbstbestimmung mit professioneller Betreuung. Wichtig sei jedoch, dass diese Wohngruppen an ein Zentrum angeschlossen sind, damit sie organisatorisch und finanziell tragfähig bleiben.

Schlussdiskussion: Koordination statt einfache Lösungen

In der anschliessenden Podiumsdiskussion waren sich die Referierenden einig, dass es für die Alterspolitik keine Patenzrezept gibt. Gefragt sind vielmehr Koordination, Zusammenarbeit und langfristige Planung über Gemeinde- und Institutionsgrenzen hinweg. Nationalrat Dominik Blunschy zog das Fazit, dass es für die Herausforderungen in der Alterspolitik genau jene Qualitäten brauche, welche die Mitte auszeichne: Zusammenarbeit, Ziel im Fokus, Eigenbestimmung.

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