Spurensicherung für Opfer von sexueller und häuslicher Gewalt
27. November 2025 – Die Mitte Schwyz setzt ein starkes Zeichen für den Opferschutz: Mit einem eingereichten Postulat fordern Kantonsrätin Andrea Burtschi, Schübelbach und zahlreiche Mitunterzeichnende die Einführung einer vertraulichen Spurensicherung bei sexueller und häuslicher Gewalt, ohne dass Betroffene sofort eine Strafanzeige erstatten müssen. Eine solche Lösung würde Opfer entlasten, Beweise sichern und verhindern, dass Täter über längere Zeit ungehindert weiter Gewalt ausüben können.
Im Kanton Schwyz gibt es derzeit keine geregelte Möglichkeit, Spuren ausserhalb eines Strafverfahrens vertraulich zu sichern. Wer Hilfe sucht, muss unmittelbar Anzeige erstatten. Viele Betroffene stehen jedoch unter Schock, schämen sich, sind abhängig vom Täter oder fürchten Konsequenzen. Eine sofortige Anzeige ist für viele nicht möglich. Dadurch gehen wichtige Beweise verloren, und Täter können weiterhin Gewalt ausüben.
Andere Kantone zeigen, dass es funktioniert
Der Kanton Zürich hat mit einem Pilotprojekt vorgemacht, wie ein niederschwelliger Zugang aussehen kann. Dort übernehmen spezialisierte Forensic Nurses die Spurensicherung, ohne dass eine Anzeige notwendig ist. Die fachgerechte Dokumentation ermöglicht Betroffenen, später Anzeige zu erstatten, wenn sie dazu bereit sind.
Ein Modell, das zu Schwyz passt
Die Mitte Schwyz fordert in einem Postulat ein Modell, das zu den Bedürfnissen eines ländlich geprägten Kantons passt und auf bestehenden Strukturen aufbaut. Dazu gehören regionale Spitäler, Opferhilfestellen, Hausärzte, Notfallstationen und mögliche Kooperationen mit rechtsmedizinischen Instituten anderer Kantone. Ziel ist ein einfach zugängliches, fachlich sauberes und kantonsweit verfügbares Angebot, das rasch unterstützend wirken kann.
Dazu Kantonsrätin Andrea Burtschi: «Wer Gewalt erlebt hat, braucht Zeit. Niemand soll gezwungen sein, in einer Schocksituation sofort zur Polizei zu gehen. Der Kanton Schwyz muss sicherstellen, dass Opfer trotzdem ihre Rechte wahren können. Eine vertrauliche Spurensicherung rettet Beweise und schützt Opfer.»
Die Mitte Schwyz fordert den Regierungsrat auf, die notwendigen rechtlichen und organisatorischen Grundlagen zu prüfen und dem Kanton Schwyz ein wirksames Instrument zur Verfügung zu stellen, das Opfern von Gewalt echten Schutz bietet.
