Zugersee: Jetzt soll das Volk entscheiden
26. Mai 2025 – Die Mitte Schwyz setzt sich für gesunde Seen ein und fordert mit der Zugersee-Initiative die dringend nötige Sanierung des Zugersees durch eine Zirkulationslüftung. Ziel ist es, den überhöhten Phosphorgehalt zu senken und das Überleben von Fischen sowie anderen Lebewesen im Tiefenwasser langfristig zu sichern.
Der Zugersee weist mit rund 80 mg Phosphor pro Kubikmeter den höchsten Nährstoffgehalt aller grossen Schweizer Seen auf – mehr als doppelt so viel wie der Bund erlaubt. «Ab etwa 100 Metern Tiefe ist das Wasser sauerstofffrei, es entsteht faktisch eine tote Zone», erklärt Kantonsrat Mathias Bachmann. Die aussergewöhnliche Tiefe des Sees (200 m) und die lange Wasserverweildauer (14 Jahre) verhindern eine natürliche Durchmischung. Erschwerend kommt die Klimaerwärmung hinzu, welche die winterliche Zirkulation zunehmend blockiert. Die Folge: Der Phosphor-Altlasten bleiben im Tiefenwasser gefangen – das Ökosystem wird über Jahrzehnte geschädigt.
Zirkulationslüftung als erprobte Lösung
Obwohl seit den 1980er-Jahren der Phosphorgehalt dank Massnahmen in Landwirtschaft und Abwasserreinigung deutlich gesenkt wurde, stagniert die Entwicklung seit 2014. Für Kantonsrat Michael Reichmuth ist deshalb klar: «Jetzt braucht es zusätzlich eine seeinterne Massnahme.» Die Initiative sieht vor, im Winter gezielt Druckluft in die Tiefe einzublasen – um Sauerstoff zuzuführen und überschüssigen Phosphor über die Lorze auszuschwemmen. Diese Methode – die Zirkulationslüftung – hat sich in anderen Schweizer Seen bereits bewährt. Die ETH Zürich erwartet, dass sich der Phosphorgehalt im Zugersee bis 2070 deutlich verringern lässt. Ein gesunder See bringt mehr Artenvielfalt, sichert Lebensräume, dient künftig als potenzielles Trinkwasserreservoir und erhält den See als Erholungsraum. Das ist in Zeiten wachsender Trockenheit eine kluge Investition.
Jetzt ist das Volk am Zug
Die Kosten für die Zirkulationslüftung sollen anteilsmässig von den Kantonen Zug, Schwyz und Luzern getragen werden. Den Bärenanteil übernimmt mit 79 Prozent der Kanton Zug. Schwyz soll eine einmalige Investition von rund 2,3 Mio. Franken sowie jährliche Betriebskosten von 109’000 Franken leisten. Im April 2025 hat der Schwyzer Kantonsrat die Beteiligung jedoch abgelehnt. Dieses Vorgehen ist egoistisch und kurzsichtig. Mit der Zugersee-Initiative wollen wir das ändern: Wenn die Politik nicht handelt, soll das Volk entscheiden. Ab sofort können unter sz.die-mitte.ch Unterschriftenbögen heruntergeladen werden, denn die Verantwortung für gesunde Seen betrifft uns alle.
